Mit Goethe zu Tisch. Wir reden über verschiedene Regierungsformen, und es kommt zur Sprache, welche Schwierigkeiten ein zu großer Liberalismus habe, indem er die Anforderungen der Einzelnen hervorrufe, und man vor lauter Wünschen zuletzt nicht mehr wisse, welche man befriedigen solle. Man werde finden, dass man von oben herab mit zu großer Güte, Milde und moralischer Delikatesse auf die Länge nicht durchkomme, indem man eine gemischte und mitunter verruchte Welt zu behandeln und in Respekt zu erhalten habe. Es wird zugleich erwähnt, dass das Regierungsgeschäft ein sehr großes Metier sei, das den ganzen Menschen verlange, und dass es daher nicht gut, wenn ein Regent zu große Nebenrichtungen, wie z. B. eine vorwaltende Tendenz zu den Künsten habe, wodurch nicht allein das Interesse des Fürsten, sondern auch die Kräfte des Staates gewissen nötigeren Dingen entzogen würden. Eine vorwaltende Neigung zu den Künsten sei mehr die Sache reicher Privatleute.
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