J. P. Eckermann, Gespräche mit Goethe (14)

Johann Peter Eckermann,
Gespräche mit Goethe (14)

Alexander von Humboldts unerschöpflicher Geist

Montag den 11. Dezember 1826.

Ich fand Goethe in einer sehr heiter aufgeregten Stimmung. »Alexander von Humboldt ist diesen Morgen einige Stunden bei mir gewesen«, sagte er mir sehr belebt entgegen. »Was ist das für ein Mann! Ich kenne ihn so lange und doch bin ich von neuem über ihn in Erstaunen. Man kann sagen, er hat an Kenntnissen und lebendigem Wissen nicht seinesgleichen. Und eine Vielseitigkeit, wie sie mir gleichfalls noch nicht vorgekommen ist! Wohin man rührt, er ist überall zu Hause und überschüttet uns mit geistigen Schätzen. Er gleicht einem Brunnen mit vielen Röhren, wo man überall nur Gefäße unterzuhalten braucht und wo es uns immer erquicklich und unerschöpflich entgegenströmt. Er wird einige Tage hierbleiben, und ich fühle schon, es wird mir sein, als hätte ich Jahre verlebt.«

Alexander von Humboldt
Alexander von Humboldt
(1769−1859)
Naturforscher und
Forschungsreisender
Eckermann, Gespräche mit Goethe [Überschrift, Nummerierung und Abbildungen vom Herausgeber eingefügt.]

Literatur

Helmuth Hinkfoth
Goethes
Gesprächspartner
Eine grundlegende
Biografie
Grundlegende Eckermann-Biographie Erzählung: Am Haken des Lebens
Helmuth Hinkfoth
Eckermanns Leben in
einer einfühlsamen
novellenartigen
Erzählung
Eine anregende Eckermann-Biographie
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