dessen Redakteur, Vertrauter und späterer Herausgeber seines literarischen Nachlasses Eckermann war, sagte über den ihm ergebenen jungen Dichter und Schriftsteller, dieser sei
«Eckermann schleppt, wie eine Ameise, meine einzelnen Gedichte zusammen; ohne ihn wäre ich nie dazu gekommen.» (an Chr. L. F. Schultz, 1824)
«Den guten Eckermann hätt' ich Ihnen näher bekannt gewünscht. [...] Ein Wesen wie das seinige kann sich nur nach und nach offenbaren.» (an Marianne von Willemer, 9.11.1830)
«Der getreue Eckart ist mir von großer Beihülfe. Reinen und redlichen Gesinnungen treu, wächst er täglich an Kenntnis, Ein- und Übersicht und bleibt, wegen fördernder Teilnahme, ganz unschätzbar.» (an Friedrich Zelter, 14.12.1830)
«Eckermann [...] ist [...] vorzüglich die Ursache, dass ich den Faust fortsetze, dass die zwei ersten Akte des zweiten Teils beinah fertig sind.» (Gespräch mit Kanzler von Müller, 8.6.1830)
«Der verständige gute Eckermann ist mir [...] von besonderer Hülfe, auch von zutraulicher Aussicht auf die Zukunft.» (an Marianne von Willemer, 7.6.1831)
Goethes heimliche Liebe und enge Seelenvertraute, begabt, klug und einfühlsam, schrieb an den betagten Freund in Weimar:
«Herr Dr. Eckermann [...] mag etwas Scheues und Zurückhaltendes in seinem Wesen haben.» [...] Er «hat (für mich vielleicht nur) etwas Rätselhaftes.» (an Goethe, 27.10.1830, nach einem Besuch Eckermanns im Hause Willemer in Frankfurt)
«dass Herr Doctor Eckermann wieder in Ihrer Nähe ist, beruhigt mich ungemein; seine Gegenwart wird Sie gewiß bei dem Andrange der mannigfachen Anforderungen erleichtern können.» (an Goethe, 11.1.1831)
kluge und geistreiche, aber unstete, labile und launenhafte Frau von Goethes Sohn August, bekannte:
Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass man so ohne alle Beimischung seiner eigenen Individualität hören, auffassen und niederschreiben könnte, wie Eckermann es getan hat in den Gesprächen mit meinem Schwiegervater. Im allgemeinen war uns, als hörte man seine Worte und Stimme.» (1836)
talentierter Lyriker, niederträchtiger Schriftsteller ohne den großen literarischen Wurf, streitlustiger Träumer und am Leben gescheiterter Außenseiter, homophober Flegel, nach dem eine deutsche Universität benannt ist, und begnadeter Misanthrop, rieb sich bereits an dem Dichter Eckermann, als der noch weithin unbekannt war. Er widmete ihm auch späterhin bemerkenswert viel Beachtung (s. "Die romantische Schule" (1835/36) und "Der Tannhäuser III" (1836)).
Nach der von ihm als Demütigung empfundenen Audienz bei Goethe am 1. Oktober 1824 erklärte der zutiefst gekränkte Heine dem "Aristokratenknecht" Goethe den "Krieg". Goethes Vertrauten Eckermann schloss er in diese persönliche "Feindschaft" ein. Den von ihm ausgerufenen "Krieg" führte er mit "großkalibrigen Kanonen", womit er seinen publikumswirksamen Spott meinte. Der war in der Tat geeignet, jeden scharf aufs Korn genommenen Menschen gesellschaftlich zu vernichten, zu "exekutieren", wie er es nannte. Wie die Verhöhnungen des von Goethe geschätzten Dichters von Platen-Hallermünde, eines Antisemiten, wegen dessen Homosexualität, so hatten auch Heines spöttische Auslassungen über Eckermann nur ein Ziel: Vernichtung. Sie wirkt in der Tat seither fort (s. a. die nachfolgenden einschlägigen Stellungnahmen des Schriftstellers Emil Kuh, des Zoologen William Marshall und des Dichters Christian Morgenstern).
Die heute vielfach benutzte Wendung von Eckermann als "Papagei Goethes" ist auf Heines Verhöhnung Eckermanns und Goethes zurückzuführen, indem er es als einen "Schöpfungsfehler" Goethes beklagte, "dass auf dem Kopfe des Herrn Eckermann keine grüne Federn wachsen" (Heine, Reisebilder III, 1829. Anm.: Eckermanns "Gespräche mit Goethe" erschienen erst 1836).
Eckermann dürften die Verhöhnungen seiner Person durch Heine schon bald zur Kenntnis gelangt sein. Erst nach Vollendung seiner "Gespräche mit Goethe" 1836 jedoch äußerte er sich zu den Werken Heines. In einem Brief vom 14. Juni 1836 an Heines Mentor, den bekannten Publizisten Varnhagen von Ense, fragte er, der profunde Kenner der zeitgenössischen Literatur, in feinsinniger Geringschätzung: "Was muss ich lesen, um von Heine einen günstigen Begriff zu bekommen?"
Viele Jahre nach seinen verbalen Entgleisungen schrieb Heine: «Ich habe vor einiger Zeit wieder Eckermanns Gespräche mit Göthe gelesen und ein wahrhaft pomadiges, besänftigendes Vergnügen daran gefunden» (an Georg Werth, 1851).
Zum Verhältnis Heine − Goethe und Heine − Eckermann s. die Untersuchung von Helmuth Hinkfoth in: Eckermann, Goethes Gesprächspartner.
österreichischer Schriftsteller, Journalist sowie Freund und Biograf Friedrich Hebbels, beklagte:
«Eine Weile war es in Deutschland guter Ton gewesen, mit lächelnder Achtung über Eckermann zu sprechen, die Nennung seines Namens ironisch einzuleiten oder der vorübergleitenden Anerkennung seiner Verdienste ein mutwilliges Zischen nachzusenden [...]. Diese Unart, dieses unwürdige Benehmen schreibt sich seit dem Augenblick her, als Heinrich Heine über Eckermann sich lustig machte. Ich zitiere die betreffende Stelle aus den »Reisebildern« [...] des gewissenlosen Dichters. [...]»(1876; s. dazu den Abschnitt über Heine)
Dramatiker, Dichter, Schriftsteller, Publizist, schrieb in offenkundig weitgehender Unkenntnis der Tatsachen und Hintergründe:
«Eckermann erscheint mir keineswegs als ein irgend bedeutender Mensch, denn in diesem Fall hätten ihm in seinem Alter viele bedeutende Dinge, die ihm von Goethe überliefert wurden, unmöglich neu sein können. [...] Er kommt mir vor, wie Adam, dem Gott der Herr seinen Hauch einbläst. Und dennoch hat dieser Mann sich in ein angenehmes und ehrenvolles Verhältnis zu Leben und Welt gesetzt [...].»
(an Elise Lensing, 13.9.1837. − S. auch die Stellungnahme C. Morgensterns)
Philosoph, Altphilologe, Universitätsprofessor und Hochschullehrer, Schriftsteller, Dichter, Komponist:
«Man lese nur Eckermann und frage sich, ob je ein Mensch in Deutschland so weit in einer edlen Form gekommen ist.» (1870/76)
«Wenn man von Goethes Schriften absieht und namentlich von Goethes Unterhaltungen mit Eckermann, dem besten deutschen Buche, das es gibt: was bleibt eigentlich von der deutschen Prosaliteratur übrig, das es verdiente, wieder und wieder gelesen zu werden?»
[Da sind die] «paar guten Bücher, die von diesem Jahrhundert übrig bleiben werden, richtiger: die mit ihren Ästen über dies Jahrhundert hinwegreichen, als Bäume, welche nicht in ihm ihre Wurzeln haben − ich meine das Memorial von St. Helena und Goethes Gespräche mit Eckermann.»
1845-1907, Professor der Zoologie in Leipzig, Sohn eines Beamten am Weimarer Hof, Jugendfreund von Eckermanns Sohn Karl in Weimar, berichtete, auch unter unausgesprochener Bezugnahme auf Heine:
Eckermann «war [...] eine liebenswürdige, selbstlose, kindlich-naive Seele, und mein Vater behauptete von ihm, er habe nie gelogen, und der hat ihn gekannt wie wenige. Nur wo Eckermann Falschheit und Niedertracht witterte, konnte er ungehalten, ja zornig werden; nichts verachtete er mehr als Schleicher, Klätscher und Zwischenträger. [...] Besonders scharf trat bei ihm [...] auch die Abneigung gegen dünkelhafte Arroganz und eingebildete Schulmeisterei hervor.»«Ein gutes Herz hatte Eckermann wie selten einer, gut bis zur Schwäche. Abgesehen davon, dass er seine armen Angehörigen nach Kräften unterstützte, half er jedem Bittenden, wo und wie er konnte und oft über seine bescheidenen Mittel hinaus. Wie wurde er von Schauspielern der geringeren Art, Dichterlingen, kurz: von verkannten Genies jeder Sorte um allerlei Gefälligkeiten angegangen, um Geld angeborgt und angebettelt, und da er nur zu willfährig war, so lässt sich denken, dass er [...] bis an das Ende seiner Tage selbst nie aus Geldverlegenheiten herauskam.»
«Eckermann war ein geborener Naturforscher, das hatte Goethe wohl erkannt, als er ihm den Rat gab: 'Werfen Sie sich auf die Natur, Sie sind dafür geboren! [...]'.»
«Was Eckermann als Dichter geleistet hat, ist mäßig, aber in seinen Gesprächen mit Goethe hat er ein monumentum aere perennius hinterlassen, für das die Nation und die Menschheit ihm zu ewigem Dank verpflichtet sind. Ingrimm, tiefer Ingrimm erfasst mich immer, wenn ich an die hämischen Angriffe und gemeinen Spötteleien denke, mit denen gewisse Leute Eckermann begeiferten. Bessere Dichter sind einige von ihnen ohne Zweifel, aber ebenso sicher auch schlechtere Charaktere.» (1883)
Schriftsteller, Theaterkritiker, Essayist, Biograph, Lehrer:
«Als ich Eckermann vor drei Jahren in Weimar kennenlernte, machte er mir trotz einer gewissen Absonderlichkeit in seiner äußeren Erscheinung den Eindruck eines Menschen, zu dem man sich, ungeachtet seiner Zurückhaltung, augenblicklich hingezogen fühlt, weil diese Zurückhaltung nicht aus irgendwelchem Hochmut, sondern vielmehr aus Bescheidenheit entsprang. Ein ziemlich starker Kopf auf einer kaum mittelgroßen Figur zeigte in Profil und Augenaufschlag etwas Falkenartiges, während das Gesicht, en face gesehen, große Güte und herzliches Wohlwollen als den vorwaltenden charakteristischen Ausdruck aufwies. Seine unsichere Art, sich zu bewegen, sein lang herabhängendes braunes, sehr stark mit Silber vermischtes Haar, die stille Zutraulichkeit [...], das Weltfremde, Kindliche seines ganzen Wesens haben mich oft an die liebenswürdige Figur des Goldsmithschen Pfarrers von Wakefield erinnert, mit dem er auch den in großer Beschränkung zufriedenen Sinn gemeinsam hatte. [...]
Ein Wort Eckermanns [...] ist mir noch in Erinnerung geblieben. "Wir sind so gewohnt", sagte er einmal, "unsere Menschen-Maßstäbe an alles Erschaffene zu legen, dass wir ebenso ungerecht gegen die Tiere werden, als wir es meist gegeneinander sind. [...]".»(1854. Stahr besuchte Eckermann im Frühsommer 1851)
vielseitiger Dichter, Schriftsteller und Übersetzer, schrieb:
«Nichts kann mich mehr aufbringen, als wie allezeit hier und dort über den Eckermann geredet wird. Immer ist ein halb mitleidiges Lächeln dabei, gleich als handele es sich um eine durchaus subalterne Natur, der es jeder seiner gönnerhaften Bespotter unvergleichlich zuvorgetan haben würde. Man hängt sich an die Einfalt mancher seiner Fragen und bedenkt nicht, dass er oft nur frug, um Goethen zu locken und anzureizen, man wirft ihm eigene Unbedeutendheit vor und übersieht die Fülle feiner Beobachtungen und Bemerkungen, die anmutigen Berichte über seine Liebhabereien, den langen Brief aus Genf und überall den Sinn und Takt fürs Wesentliche, der uns niemals mit Tagesgeschwätz langweilt, sondern ihn fortwährend bei der Würde seiner einzigartigen Aufgabe festhält.»Er war «in seinen Maßen ein ganzer Kerl, ein Vorbild, allen denen zu empfehlen, denen es um ihre Bildung wahrhaft ernst ist.» (1909/1918)
Schriftsteller, Dichter, Dramatiker, Journalist, Übersetzer, konstatierte:
«Von allen Männern, die [Goethes] Weg kreuzten, ist für uns Nachlebende der getreue Eckermann der gewichtigste, der [...] in seinen Gesprächen mit Goethe uns die lebendigste und persönlichste Darstellung seines Wesens und Wirkens hinterlassen hat.»
Dramatiker, Essayist, Poet (nach eigener Aussage kein Lyriker), rigoroser Kommunist, Verfechter der "sozialistischen Klassik" bedauerte:
«Ach, ich wünschte, man sähe in den Eckermann öfter!» (Der Sarah-Sound, 1976)
einst Superintendent in Eckermanns Heimatstadt Winsen (Luhe), Förderer des jungen Eckermann, urteilte über den begabten Schüler:
«Meine besondere Aufmerksamkeit hat er dadurch auf sich gezogen, dass er bei vorzügl. Fähigkeiten des Geistes eine besondere Güte des Herzens offenbarte. [...]Schon früh zeigte er Sinn für alles Wahre, Gute und Schöne, [...] und ihm fehlten nur die Mittel, sich Wissenschaft und Kunst so anzueignen, wie er es wünschte. [...] Seine Lehrer teilten ihm gerne mit, was sie hatten, um seine Wiß- und Lernbegierde zu befriedigen. Mit einem Worte − er war der Liebling aller, die ihn kannten, und jeder bedauerte nur, dass ihm an diesem seinem Geburtsorte nicht weiter zur Enwicklung seiner schönen Anlagen geholfen werden konnte. [...]
In jedem Fache der Wissenschaft und Kunst wird er viel leisten, sobald ihm Hilfe verschafft wird.»
Aus einem Empfehlungsschreiben, 28.11.1817