Die Jahre flieh'n, das Leben rauscht von hinnen,
Was uns beglückte, steht uns fern.
Nicht im Genuss ist Dauer zu gewinnen,
Doch denken wir genoss'ner Freuden gern;
Gern jener heitren Tage, wo als Kinder
Wir auf der Heimat lieben Flur gespielt;
Der sel'gen Jugendträume dann nicht minder,
Wo wir der Liebe erstes Glück gefühlt.
Wie war sie schön! – wie ganz im Einverständnis
Mit eigner Seele war ihr Wort und Blick!
Ein Händedruck, ein Kuss, ein hold Bekenntnis,
Dass sie uns liebe, war uns welch ein Glück! –
Dann von ihr fern, bei halbgenes'ner Wunde,
Mit heiteren Genossen saßen wir;
Des Rheines Becher klangen in die Runde, –
All mein Empfinden war bei ihr. –
Auch dieses schwand. – Nach Wissen Durst, ein Streben,
Dem Vaterland dereinsten viel zu sein,
Nahm unser Denken, unser ganzes Leben,
Nahm unsrer Seele ganze Richtung ein.
Was große Männer bessrer Zeiten dachten,
Ward dem begier'gen Geiste eingeprägt;
In Nächten, die begeistert wir durchwachten,
Ward manch ein Plan zu künft'gem Tun gelegt.
Und wie erschien die schöne Zeit der Taten! –
Wie fühlte sich die Brust so hehr, so weit,
Bei jedem tücht'gen Werk, das uns geraten,
Zu denken, dass es selbst für künft'ge Zeit! –
Das Schlechte ward bekämpft mit frohem Mute,
Jedweder Beistand dem Verdienst gezollt;
Und so verging kein Tag, wo wir das Gute,
Wo nicht vollbracht, doch wenigstens gewollt.
So haben wir gelebt und auch gelitten,
Doch war es stets zu unserm bessern Heil,
So haben wir gestrebt und so gestritten,
An Glück und Ehre bleibt uns reicher Teil;
Bleibt das Gefühl, dass durch der Jahre Fluten
Was wir gesät sobald nicht wird entrafft;
Uns bleibt der Dank, die Liebe vieler Guten,
Uns bleibt zu weitrem Wirken Lust und Kraft.