Johann Peter Eckermann - Gedichte

Helgolander Fischerlied.

Der Fische viel gefangen sind,
Die Nacht wird dunkel, nass der Wind;
Bald ab vom Strande strömt die Flut,
Drum rudert rasch und rudert gut,
Damit wir zeitig landen.

Es pfeift der Wind bei hohler See,
Nicht Mond, nicht Stern ist in der Höh';
Doch halten fest wir im Gesicht
Auf fernem Turm der Heimat Licht,
Wohin wir oft uns fanden.

Bald sind wir nah, nun senkt das Blei,
Noch alle Not ist nicht vorbei,
Hier liegen flach der Klippen viel,
Und ist fürwahr kein Kinderspiel,
Bei dunkler Nacht zu stranden.

Mit Licht die Unsern sind am Strand!
Bald ziehn die Boote wir zu Land;
Dann heitre Mahlzeit machen wir,
Und der Gefahren lachen wir,
Die glücklich wir bestanden.


Eckermann verbrachte 1834 einen
Erholungsurlaub auf Helgoland.
(Anm. d. Hg.)

Lesetipp
Eine charmante Anthologie mit einigen poetischen Perlen Eckermanns und den Glanzlichtern aus den "Gesprächen mit Goethe": Eckermann-Anthologie
Helmuth Hinkfoth (Hg.)
Erzählungen, Gedichte,
Briefe und Reflexionen
Johann Peter Eckermanns